St. Bartholomäus-Altenheim im indischen Dindigul

Besuch bekam der Freundeskreis Eine Welt bei einer seiner Jahreshauptversammlung von einem guten Freund: „Mörlenbach ist meine zweite Heimat“, betonte Pfarrer Dr. Arumai Samy, der damals eine Pfarrstelle in Mainz-Gonsenheim hatte.
Seit 1988, als er zum ersten Mal als Urlaubsvertretung nach Mörlenbach kam, ist er hier ein gern gesehener Gast.
Er stellte den Anwesenden sein neues Vorhaben, den Bau eines Altenheims in der Nähe von Dindigul vor. Bereits 1995 konnte er mit Mörlenbacher Unterstützung ein Altenheim in Kurusady bauen (siehe: „Abgeschlossene Projekte"), das mit 50 Bewohnern voll belegt ist. Schon 60 alte Menschen stehen auf der Warteliste. So beschloss er den Bau eines zweiten Heims und stellte den Mörlenbachern sein neues Vorhaben in Indien vor.
Durch einen glücklichen Zufall fand Dr. Samy den angefangenen Bau eines Altenheims, der wegen Geldmangel aufgegeben wurde. Es liegt in zentraler Lage in der Nähe von Bushaltestellen und Arztpraxen. Dieses ideale Grundstück konnte er zum Teil mit seinem eigenen Lohn erstehen und möchte nun auf den bestehenden Fundamenten weiterbauen.
Bartho Grundsteinlegung

 

 

 

Am 20.Februar 2008 fand die Grundsteinlegung statt.

 

 

 

 

Und am 15.11.2008 wurde das Altenheim durch Pfarrer Dr. A. Arumaisamy bereits offiziell eingeweiht. 
Dr. Arumaisamy hat auch schon einen Namen für das Altenheim: Er nennt es

St. Bartholomäus-Altenheim“, zum einen, um seine Verbindung zu seiner ersten Urlaubsvertretung, der Pfarrei St. Bartholomäus, Mörlenbach, zu betonen, zum anderen, weil der Apostel Bartholomäus einer Tradition zufolge auch nach Indien gereist sei.
Bartho Innenhof Bewohner

 

 

Pfarrer Samy selbst lebt dort und kann auch in bereits vorhandenen Gästezimmern Besucher empfangen. Von der einladenden Atmosphäre des neuen Altenheimes und der ordnungsgemäßen Verwendung der Spendengelder konnten sich schon zwei Vereinsmitglieder im Sommer 2009 bei einem Projektbesuch vor Ort überzeugen.

 

Bartho Aussen Bewohner

 

 

 

 

Für den Unterhalt des 2008 eingeweihten Heimes ist angedacht, dass zahlungsfähige Bewohner durch ihren Beitrag für mittellose Bewohner mit aufkommen. Bisher stellte es sich als recht schwierig dar, genügend zahlungsfähige Senioren zu finden, die ihre mittellosen Mitbewohner mittragen können. Deshalb hat Pfarrer Samy mit Hilfe des FEW vor zwei Jahren einen Fonds gegründet, mit dessen Zinsertrag die monatlichen Kosten für einen Bewohner um 1/3 gesenkt werden können. So ist es möglich geworden, dass zur Zeit 9 Senioren im Haus leben. Davon zahlen 7 Personen monatlich einen Beitrag zwischen 35 und 50 €.

 

 

 

Weitere 2 Personen sind absolut mittellos und können nichts für Unterkunft und Verpflegung beitragen. Sie werden durch Spenden und die Gelder der zahlenden Heimbewohner mitversorgt. Sie helfen dafür im Garten und in der Küche.
Vom religiösen Bekenntnis her gibt es sowohl Christen als auch Hindus. Alle zusammen beten täglich mit Pfr. Samy eine kurze Zeit auch miteinander, über die Religionsgrenzen hinweg.
Mit Hilfe eines Hausmeisters und einer Familie, die für die Essenszubereitung zuständig ist, werden die alten Menschen tagtäglich betreut.
Auch ärztliche Versorgung ist in der Nähe.
Im Rahmen eines Begegnungsnachmittages konnte Pfr. Samy im Herbst 2013 persönlich über die neusten Entwicklungen in diesem Altenheim berichten.
Ein großes Problem war die ständig unterbrochene, tägliche Stromversorgung, die oft nur für wenige Stunden gegeben ist.
Bartho Samy Solaranlage

 

Inzwischen ist das Haus bezüglich der Energieversorgung auf nachhaltige Energien umgerüstet. Für die Warmwasserversorgung konnte mit Spenden aus Mainz- Gonsenheim eine Solar-Brauchwasseranlage installiert werden, die unabhängig vom alltäglichen Zusammenbruch des Stromnetzes verlässlich und umweltfreundlich warmes Wasser garantiert.
Durch den Einbau einer Photovoltaikanlage, (auch mit Spendengeldern des FEW) kann nun auch eine kontinuierliche autarke Stromversorgung des Hauses garantiert werden.

 

AUSBLICK

Die ursprüngliche Zielsetzung, in Bezug auf Bewohner, Unterhalt und Betreuung ließ sich nicht mehr wie geplant umsetzen und auf den FEW kamen durch das Scheitern dieser Mischfinanzierung von indischer Seite immer höhere Erwartungen bezüglich der Unterhaltsleistungen für das Heim zu.

Da die aktuelle Projektentwicklung und die inhaltliche Ausrichtung nicht mehr unseren Förderrichtlinien entsprach, wurde die Problematik des Altenheimes in der JHV 2014 ausführlich erläutert und von der Mitgliederversammlung der Beschluss gefasst, die Unterstützung des St. Bartholomäus-Heimes auf zwei weitere Jahre, 2014 und 2015, zu beschränken. Die finanzielle Hilfe sollte dabei den absolut mittellosen Senioren zukommen.

Mit Überweisung der letzten Fördersumme im Februar 2015 wurde die Unterstützung des Projektes durch den FEW beendet.

Mit dieser Restförderung des FEW und mit Hilfe privater Sponsoren konnte der Projektleiter, Pfr. Dr. A. Arumai-samy, bisher das Altenheim mit 8 Bewohnern weiterführen.

STAND: April 2016